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Vielseitig - Neue Öle und Extrakte
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Dr. Hans Lautenschläger, veröffentlicht in Kosmetische International 2007 (3), 72-76
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So groß wie noch nie ist die Anzahl von Ölen und Extrakten, die gegenwärtig neu auf den Markt kommen. Zur besseren Orientierung gibt Dr. Hans Lautenschläger einen Überblick über erfolgversprechende Substanzen und deren Wirkungen. |
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Aus der Volksheilkunde asiatischer und südamerikanischer Länder stammt eine Vielzahl neuer Wirkstoffe unterschiedlichster Provenienz. Vielfach treten Wirkmechanismen und -versprechen in den Vordergrund, die früher allein pharmazeutischen Produkten vorbehalten waren. Die produktbegleitenden biochemischen Studien haben schon lange das für die Kosmetik charakteristische Betätigungsfeld des Stratum corneums verlassen und befassen sich zunehmend mit Vorgängen in tieferen Hautschichten. Zur Regeneration Einen festen Platz haben sich Cosmeceuticals alias dermatologische Kosmetika erobert. Neben der Pflegewirkung stehen spezifische Indikationen im Vordergrund, zu denen die Faltenreduzierung inklusive Hautstraffung, hormonähnliche und entzündungshemmende Wirkungen zählen, um nur die wichtigsten zu nennen. In der Werbung findet man immer häufiger den Begriff der regenerierenden Wirkung von Kosmetika, was früher undenkbar gewesen wäre. Falten reduzieren Ähnlich wie im Arzneimittelbereich gibt es inzwischen viele Wirkstoffe, die untereinander austauschbar sind. Der zigste neue Radikalfänger bringt nichts grundlegend Neues mehr. Dagegen kann ein "alter Hut" in neuer Verpackung, z. B. ein fettes Öl in einer Nanoverkapselung, eine bessere Verfügbarkeit und damit eine stärkere und länger anhaltende Wirkung erzielen. Bei gestörtem Hormonhaushalt Faltenreduzierende Wirkstoffe wie Parakresse verbessern jedoch nur temporär das optische Erscheinungsbild der Haut. Wenn sie liposomal in linolsäurereiches Phosphatidylcholin verpackt und mit NMF-unterstützenden Substanzen, wie z. B. Aminosäuren sowie den Vitaminen A, C und E eingesetzt werden, können auch auf Dauer präventive Wirkungen erreicht werden. Wellness & Massagen Phytohormon-haltige Extrakte werden häufig im Medical-Wellness-Bereich eingesetzt. Neben den Extraktwirkungen spielen hier heiße Stempelmassagen und andere physikalisch-medizinische Techniken z. B. aus der Jamu-Medizin eine entscheidende Rolle, da nicht nur Effekte auf die Haut, sondern auch auf die inneren Organe beabsichtigt sind. Dabei werden Massageöle genutzt, deren Zusammensetzung den jeweiligen Zwecken angepasst ist. Hochwertige fette Öle wie Arganöl, Traubenkern-, Hagebuttenkern-, Amaranth-, Oliven-, Mandel- und Avocadoöl kommen zum Einsatz. Bei den fetten Ölen ist neben der Gleitfähigkeit, dem Geruch und dem Resorptionsverhalten vor allem die Fettsäurebesetzung von Bedeutung. Die Öle können bequem als Wirkstoffkonzentrate eingesetzt werden, nachdem sie mithilfe der Nanotechnologie in wässrige Dispersionen überführt worden sind. Ein signifikantes Beispiel ist das Leinöl. Es wird bei zu Entzündungen neigender Haut und Hautirritationen verwendet. Entzündungshemmend wirken auch die Nanopartikel der fettlöslichen Fraktion des Weihrauchharzes (Boswellia Sacra). Weihrauch wird bei aktinischen Keratosen auf der Kopfhaut, Schuppenflechte und neurodermitisch entzündeter Haut empfohlen und als korneotherapeutisches Adjuvans zur Hautpflege eingesetzt. Aktive Radikalfänger Entzündungshemmung und die Prävention der Hautalterung sind der Schwerpunkt der vielen Radikalfänger auf der Basis von Flavonen und Isoflavonen, die zur Gruppe der Polyphenole gehören. Da Phytohormone strukturell aus Isoflavonen bestehen, haben auch sie radikalzerstörende Eigenschaften. Beispiele für flavonoidhaltige Extrakte sind Traubenkernextrakt, Grapefruit- (Citrus Grandis) und Kopoubohnen-Extrakt (Pueraria Lobata), Birnenkern- und chinesischer Helmkraut-Extrakt (Scutellaria Baicalensis) sowie der Extrakt aus den Blättern des Argan-Baumes (Argania Sinosa). Viele der polyphenolischen Wirkstoffe inhibieren das Enzym Tyrosinase und zeigen dadurch einen präventiven Bleicheffekt bei Hyperpigmentierungen. Reich an Polyphenolen sind auch Granatapfel-Extrakt (hoher Anteil an Ellagsäure) und Cistrose, die beide antientzündlich wirken. Der Natur abgeschaut Allgemein wird versucht, Schutzprinzipien der Pflanzen in vielfältiger Weise auf die Haut zu übertragen. Beispiele sind kationische Proteine aus den Moringa-Ölbaum-Samen, die einen Lotus-Effekt erzeugen und auf diese Weise die Verschmutzung der Haut reduzieren sollen, und Ectoin. Das Pyrimdinderivat erhöht die Irritationsschelle der Haut und kann daher in Präparaten für die empfindliche Haut eingesetzt werden. |
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