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Lichtgeschädigte Haut:
Sonnenbad - das hilft danach |
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Dr. Hans Lautenschläger, veröffentlicht in Kosmetische Praxis 2006 (3), 8-9
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Hohe Dosen ultravioletten Lichtes schädigen die Haut auf Dauer, führen zu vorzeitiger Alterung und können Hautkrebs auslösen. Das infrarote Licht der Sonne erscheint vergleichsweise harmlos, kann aber extrem hohe Temperaturen in den obersten Hautschichten erzeugen und so die Haut ebenfalls beschleunigt altern lassen. |
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Es ist ein Irrtum zu glauben, dass allein eine gute Sonnenschutzcreme rundum vor der Sonne schützt. Im Gegenteil: wenn es sich um ein wasserabweisendes Präparat handelt, das den transepidermalen Wasserverlust durch hohe Mineralöl- oder Silikonanteile nach unten reguliert, quillt die Haut darunter und wird durch die Infrarotstrahlung (IR) bei hoher Sonnenintensität thermisch sehr stark gestresst. Dagegen hilft bisher nur der Sonnenschirm oder eine leichte Bekleidung. Die Barriere reparieren Ein wichtiger Punkt ist die Wiederherstellung der Barrierefunktion der Haut, d. h. die Sanierung der so genannten Doppelschichten des Stratum corneum. Dieses Vorgehen ist unter dem Begriff Korneotherapie bekannt geworden. Zur Hautpflege werden Basiscremes benutzt, die chemisch und physikalisch den Doppelschichten sehr ähnlich sind. Als Feuchthaltestoffe sind sehr gut Aminosäuren geeignet, die auch im NMF (Natural Moisturizing Factor) der Haut enthalten sind. Die Korneotherapie ist die beste Voraussetzung, einen Heilungsprozess in darunter liegenden Hautschichten zu fördern. Der bekannte Dermatologe Prof. A. Kligman hat hier das Schlagwort der Outside-in-Therapie geprägt. Sonnenhut bei Sonnenbrand Erytheme werden durch den UV-Anteil des Sonnenlichtes ausgelöst, wenn die individuelle Schwellendosis überschritten wird. Das Erscheinungsbild ist eine leichte Rötung bis hin zu einem ausgeprägten Sonnenbrand. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten der Haupflege. Bewährt haben sich Wirkstoffkonzentrate mit Echinacea-Extrakt (Sonnenhut) und D-Panthenol, die zu einer raschen Besserung führen. Die Kombination mit einem Liposomenkonzentrat wirkt synergistisch, da das darin enthaltene Phosphatidylcholin durch seinen Linolsäure- und Cholinanteil eine weitere antientzündliche Komponente enthält. Auch Nachtkerzenöl, z. B. in Phosphatidylcholin-haltige Nanopartikel verpackt, liefert einen antiinflammatorischen Beitrag durch die hohe Dosierung von Gamma-Linolensäure. Der oberflächliche Film eines Aloe Vera-Präparates schützt und sorgt für Kühlung. Schutz auf Dauer Lichtgeschädigte Haut sollte möglichst auf Dauer geschützt werden, um die Schädigung nicht weiter kumulieren zu lassen. Dies bedeutet aber nicht unbedingt, dass ständig eine Hautpflege mit UV-Filtern benutzt wird. Eine gewisse Menge UV-Licht benötigt die Haut, um z. B. Vitamin D3 zu bilden. Es ist aber wichtig, dass eine Protektion der Zellen gewährleistet wird. Auch hier hat sich Phosphatidylcholin (siehe oben) bewährt. Kombinationen mit Aminosäuren (NMF), die in der Lage sind, reaktive sauerstoffhaltige Radikale und Peroxide abzufangen, und CM-Glucan, einem natürlichen Polysaccharid-Derivat, das eine DNA-Schutzfunktion ausübt, belasten die Haut nicht mit Fremdstoffen und sind allergen- und irritationsfrei. Vitamin C wirkt doppelt Die Hautelastizität wird durch die durch UV-, aber auch durch IR-Stahlung aktivierte Kollagenasen und Metalloproteinasen in Mitleidenschaft gezogen. Mit liposomalen Vitamin C-Derivaten kann man eine Aktivierung der kollagenbildenden Enzyme erreichen, in dem die Vitamin C-Derivate zuerst in die Haut geschleust werden und dort enzymatisch gespalten werden. Hier sollte allerdings berücksichtigt werden, dass derartig verabreichtes Vitamin C auch einen Bleicheffekt hat, d. h. im Endeffekt weniger Melanin zum Schutz der Haut gegen UV-Strahlen gebildet wird. Hier hilft Weihrauch Sehr verbreitet sind Lichtschäden in Form aktinischer Keratosen, die sich häufig an Kopf, Nacken und Handrücken befinden und heute als früher Krebs eingestuft werden. Dabei entwickeln sich begrenzte Rötungen mit leichter Schuppenbildung sowie Verhornungen von weißer bis gelbbrauner Färbung. Bei der Pflege dieser Problemhaut ist ein öliger Weihrauch-Extrakt ratsam, da Weihrauch unter anderem das körpereigene Enzym 5-Lipoxygenase hemmt, das eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Entzündungen spielt. Die im Extrakt enthaltenen Boswelliasäuren beschleunigen darüber hinaus den gesteuerten Zelltod (Apoptose) und zeigen eine antitumoröse Wirkung. Pflegekonzepte Neben dem Schutz vor weiterer Strahlenbelastung ist eine auf lange Sicht ausgelegte Pflege geschädigter Haut wichtig. Die praktische Erfahrung zeigt, dass neben der eingangs erwähnten angewandten Korneotherapie Liposomen und Nanopartikel erfolgreich angewendet werden können, da diese Störungen beheben, die im Ceramid-Haushalt der Haut begründet sind. Sie greifen in das Ceramid-Sphingomyelin-Gleichgewicht ein, beleben den Stoffaustausch zwischen den einzelnen Hautschichten und katalysieren das Eigenregenerationsvermögen der Haut. Spezielle Behandlungen Mit den oben genannten Pflegekonzepten lassen sich natürlich auch Behandlungsabläufe kreieren, von denen hier stellvertretend eine Gesichtsbehandlung nach einer stärkeren Sonnenbestrahlung beschrieben werden soll. Diese Behandlung ist auch für Hände, Rücken und Arme geeignet und kann die negativen Auswirkungen der Sonnenbestrahlung entscheidend abmildern: Reinigung: Haut mit milden Zuckertensiden (schaumarm!), spülen und abtupfen. Tonic & Lotion: Ein D-Panthenol-haltiges Gesichtstonic und danach eine Lotion, bestehend aus Leerliposomen (reines Phosphatidylcholin), aufgetragen, überschüssige Flüssigkeit jeweils vorsichtig abgetupfen. Maske: Die Maske setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:
Eine weitere Behandlung nach der Maske sollte in der akuten Phase des Sonnenschadens nicht erfolgen. Des Guten nicht zuviel tun Abhängig von einer guten instrumentellen Hautanalyse und der jeweiligen Grundbeschaffenheit der Haut lassen sich noch weitere Wirkstoffkonzentrate wie Aloe Vera und Algenextrakt, Vitamin E- und Coenzym Q10-Nanopartikel in diese Behandlungsabläufe integrieren. Man sollte jedoch des Guten nicht zu viel tun, da das Ziel einer Beruhigung der Haut im Vordergrund stehen muss und die eher negativen Folgen einer Überpflegung verhindert werden sollten. |
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